Der erste Themenblock hat mit dem heutigen Tag seinen Abschluss erfahren und an diversen Stellen tauchen die üblichen Abschlussreflexionen auf. Hat ja auch seine Berechtigung. Darum möchte ich mich diesem nun auch einmal anschließen.

Zusammengefasst trifft es eigentlich das Zitat von secalcesal irgendwie ganz gut:

„Im SOOC habe ich bisher kaum Wissen gelernt, nur ein paar mehr Kompetenzen (Twitter- und WordPress-Bedienung z.B.), die ich mir allerdings auch “so” in ein paar Stunden hätte antrainieren können.“

Ok, aber da ich das ja nicht einfach so stehen lassen kann, stelle ich der Einfachheit halber mal eine Liste auf.

Ich habe gelernt, dass

  • Bloggen vielleicht nicht unbedingt so sinnvoll ist, aber auf jeden Fall auch Spaß machen kann.
  • Twitter klasse ist, um mal schnell allen möglichen Leuten Dinge mitzuteilen, die manchmal mehr, manchmal weniger interessant für diese sind. Interessanter Weise habe ich trotz diverser Abneigungen im Vorfeld dieses Kurses eigentlich schon recht viel getwittert. Also für meine Verhältnisse.
  • das Konnektivismus-Experiment gar nicht mal so gut bzw. nur bedingt geklappt hat. Auf meine Frage, was mit der Europäischen Zuckerverordnung ist, kam nichts Gescheites bei rum. Auf die Frage nach dem Hashtag #followerpower dagegen in kurzer Zeit doch einiges Erhellendes und Belustigendes:
    @Kai_Obi: im Idealfall hilft die Vernetzung, eine Frage beantwortet zu bekommen. Frei nachm Motto: über fünf Ecken followt sich jeder.
    @mons7: wäre, wenn Du soviel schräge #follower im Schlepptau, dass sogar ein obskurer Zuckerhandels-Experte dabei. 😉
    @ma_y: #Followerpower heißt: im Idealfall haben 2% der Follower genug Zeit um überall ihren Senf dazu zu geben 😉
    Ich hab also gerafft was #followerpower bedeutet. Und ich hab auch gelernt, dass das irgendwie nur vernünftig klappt, wenn ich a) genug Follower habe und b) nach Sachen frage, die sich eher im Web finden lassen. Ist bei der Europäischen Zuckerverordnung nicht der Fall. Also ist die Nützlichkeit dieses Experiments bzw. dieser Methode nur sehr beschränkt.
  • soocli einen hervorragenden Artikel zu Downes Meinung über Konnektivismus verfassen kann. Und dass dieser Artikel zumindest zum Teil auf positive Resonant trifft, freut uns natürlich.
  • sehr interessante Debatten und Blogs entstehen. Sowohl welche, die mit meiner Meinung eine recht große Schnittmenge aufweisen, als auch solche, die zu dem Ganzen hier eine andere Meinung vertreten (und dies manchmal auch recht … energisch 😉 Trotzdem ein sehr engagierter und in vieler Hinsicht lesenswerter Blog … Verschiedene Meinungen zur Meinungsbildung und so…).
  • man Konnektivismus auch mit Luftballons erklären kann. Find ich sehr gut!

Ich habe allerdings nicht gelernt…

  • was mir PLEs letztendlich bringen sollen. War aber dummerweise zum Zeitpunkt des Ebener-Vortrags auch anderweitig beschäftigt.
  • warum jemand auf die Idee kommt, dass das hier in der Schule funktionieren könnte.
  • was ich eigentlich lernen sollte (Glaub ich zumindest…). Laut Beschreibung sollte es um Theorien und Ansätze gehen. Dabei habe ich weder die ganzen ausführlichen Texte zu Konnektivismus gelesen noch mich intensiv mit den PLEs auseinandergesetzt. Irgendwie habe ich ein paar Praxis-Spielereien gemacht (s.o.), aber eigentlich war es viel spannender mich mit anderen Blogs auseinanderzusetzen oder meine eigene, größtenteils auf Empfindungen basierte Meinung in Worte zu fassen. Was allerdings anscheinend auch nicht immer das verkehrteste zu sein schein, da ja doch diverse Rückmeldungen kamen.

Also, ich habe viel gelernt, aber irgendwie nicht so wirklich das, was ich sollte. Oder anders ausgedrückt: Wenn ich als Lehrer mir erhofft hätte, dass meine Schüler am Ende des ersten Themenblocks Konnektivismus und Co. erklären könnten, hätte ich als Schüler versagt. Zielstrebiges Lernen sieht anders aus. Es hat eher etwas von ganz breitem Entdeckenden Lernen. Vielleicht soll es ja genau so sein.

Bin ich weiter kritisch? Auf jeden Fall. Wenn alle Kurse in der Uni so laufen würden, hätte ich mit Sicherheit einiges gelernt, aber längst nicht das, was ich sollte bzw. längst nicht die breite Bildung bekommen, wie laut SPO beabsichtigt. Macht das Ganze hier trotzdem irgendwie Spaß und ist auch irgendwie interessant? Nu ja… na klar.

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