Da dachte ich ja für einen Moment fast, ich müsste den Kurs schmeißen. War vielleicht auch etwas übertrieben. Aber als ich mich dann  spät aber doch noch mit der Thematik des Thememblock II auseinandergesetzt habe, war die erste Reaktion in meinem Kopf erstmal gähnende Leere. Ich wusste garnichts damit anzufangen. Werkzeuge? Welche Werkzeuge?! PLEs waren doch Teil des letzten Blocks oder? Das ganze wurde durch eine schnelle Sondierung der Bloglandschaft anderer SOOC-Teilnehmer nicht wirklich besser. Wenn man da über so umfassende Aufstellungen wie die PLE von juliegoessocial stolpert und sich selber in keiner Weise mit einer solchen Fülle von Prgrammen etc. identifizieren kann, was soll ich dann in diesem Themenblock anfangen?

Entwarnung  gab es für mich dann von dem schön kurzen PLE-Beitrag von nise81:

Ich würde nichtso­weit ge­hen und jede denk­bare Me­di­en­form und je­des Stück Soft­ware zu mei­ner PLE zu zäh­len. Dar­über hin­aus sind die De­tails mei­ner PLE et­was, wor­über ich nicht öffent­lich schreibe. Meine PLE ändert sich zu­dem stän­dig.

Das fand ich gut. Ich würde auch nicht sagen dasn jedes Stück Soft- oder Hardware das ich anpacke um damit (unter anderem [!]) etwas unibezogenes anzustellen direkt Teil meiner PLE ist, oder für mich als „Werkzeug“ gilt. Deswegen war ich auch mit der Aufgabenstellung zu Beginn etwas überfordert. Für mich läuft die Sache eher andersrum. Von der Fülle an Dingen dich im Internet anfange sind nur ein paar wenige auch für mein „persönliches Wissensmanagement“ (sofern ich sowas überahupt online habe) dienstlich, und das, wenn überhaupt, auch nur nebenbei. Ich betrachte diese Dinge und Dienste die ich nutze eben zuerst als das was sie sind, und wofür ich sie sonst nutze (ich glaube nicht das es einen Online-Dienst gibt den ich ausschließlich für universitäre Zwecke verwende, außer … dieser Blog) und danach irgendwann erst kommt die mentale Ordnung von Werkzeugen (die Kategorie gibt es auch erst, seitdem ich darüber nachdenke).

Wenn man einfach mal Werkzeuge thematisieren will fallen mir auch  gleich ein paar ein. Email hauptsächlich. Dann noch diverse Kommunikationskanäle um mich mit Kommilitonen zu verständigen (Facebook, WhatsAapp). Und wohl Dropbox. Das sind für mich Werkzeuge weil die mir helfen meinen Studienalltag abzuwickeln. Aber Emails benutze ich nicht erst seit ich an der Uni bin, WhatsApp und den Facebook Messenger erst recht nicht und mit Dropbox habe ich vorher auch schon gearbeitet. Das ich die ganzen Dienste auch für mein Unidasein nutzen kann ist natürlich sehr praktisch, dennoch bin ich wenns hart auch hart kommt nicht auf sie angewiesen. Mehr habe ich die alltäglichen Dinge in begrenzter Weise reklassifiziert und umfunktioniert um die Möglichkeiten die sie mit sich bringen auch an der Uni nutzen zu können.

Also nicht Werkzeuge für Unimanagement. Eher Unimanagement durch Social-Media-Werkzeuge.

Der ein  oder andere Definiert Werkzeug wahrscheinlich anders als ich und wendet diverse andere dinge auch anders an als ich, aber das ist so meine (zugegebenermaßen doch sehr einsichtige) Perspektive auf Social-Media-Werkzeuge.

Nun zum Wissensmanagement.

Da stelle ich mir selber die ganz nüchterne Frage, was es da denn zu managen gibt. Der Begriff impliziert ja einen Bestand von ungenannter Qualität oder Quantität der in irgendeiner weise verwaltet werden muss oder soll.Das gilt aber für mich nicht (zumindest online!). Entweder ich bin einfach ziemlich doof oder ich krieg das anders hin. Ich gehe lieber von letzterem aus. Denn alles was ich von meinem „Wissen“ nicht vor Ort in meiner Birne habe, ist in (halbwegs) ordentlichen Aktenordnern handschrifltich für die Ewigkeiten festgehalten.

Vielleicht bin ich da auch der Trendkurve hinterher oder so, aber ich habe eigentlich kein „Wissen“ in irgendeiner Form gelagert. Am ehesten könnte man hier wohl noch Dropbox anführen, wo ich schonmal eine Referats-Präsentations als Rettungsleine zum USB-Stick hinterlege, aber wirklich gemanaged ist die ganze sache nicht. Ich sehe aber für mich selber auch den Bedarf (noch) nicht. Bisher komme ich blenden aus ohne mir irgendwie online Kompendien oder ähnliches anlegen zu müssen. Auch insofern haben mich die vielfältigen und umfangreichen PLEs anderer SOOCler ganz schön erschlagen. Danach hab ich mich gefragt warum ich sowas alles nicht brauche/nutze. Bisher sind mir auch keine Gründe eingefallen. Weder dafür noch dagegen. Wie schon von nise81 geschrieben, es ist ein kontinuierlicher work-in-progress der sich schonmal ändert oder erweitert, und so handhabe ich das auch. Ich habe schonmal mit Evernote experimentiert, aber habe nach kurzer Zeit wieder aufgehört es zu nutzen. Für ständiges Nachtragen und verwalten bin ich einfach zu faul. Mir stellte sich auch immer die Frage was genau ich mit den Notizen anfangen sollte. Für mich waren die weder präsent, noch weg. Mehr so ein Schwebezustand (so kam es mir zumindest vor) mit dem ich irgendwie nicht glücklich werden konnte. Andere können das sicher ganz wunderbar nutzen und in dem Fall ist das sicher eine ausgezeichnete App. Für mich leider nichts.

Was andere Werkzeuge oder Tools für Wissensmanagement angeht bin ich dann aber doch ziemlich unbedarft. Sicherlich nicht wegen mangelnder Kompetenz. Auch wenn ich z.b. Mendeley o.ä. noch nie ausprobiert habe bin ich mir sicher das ich, völlig unabhängig vom Dienst bzw. der Platform, kein Problem hätte irgendetwas zu verwenden. Das ist ja heute auch alles relativ easy. Um mich jetzt dazu zu bewegen in irgendeinen Dienst zu investieren muss da schon einiges geboten werden. Ansonsten ist es die Zeit zur Einarbeitung und Umgewöhnung für mich einfach nicht wert. Schließlich vermisse ich ohne dieses ganze Tools ja nichts.

Wissensmanagement heißt für mich nicht nur muss ja nicht nur heißen, dass man sein Wissen verwaltet, sondern auch das man weiß wo was zu finden ist. Und da schneide ich ganz gut ab, schätze ich. Zwar hab ich selst kaum online Daten hinterlegt, doch weiß ich sicherlich wie ich an Wissen rankomme das ich nicht habe.

Wikipedia!

Naja nicht nur. Aber generell ist Wissensbeschaffung im Internet weniger ein problem als Wissensverwaltung. Wikipedia-Informationen kann man durch zwei oder drei Gegenquellen i.d.R. schnell veri- oder falsifizieren (sofern das nötig ist). Zu fast jedem Thema findet man stichhaltige Informationen an sich oder Literaturangaben die man dann in der örtlichen bibliothek oder sogar auch in Journalmagazinen wie JSTOR online nachschlagen kann. JSTOR werte ich trotzdem für mich nicht als Werkzeug oder Tool, da ich es noch nicht ein einziges mal benutzt oder gebraucht habe. Aber die möglichkeit gibt es ja immerhin. Weiterhin hilft im Internet, der englischen Sprache mächtig zu sein. Was es auf deutsch nicht gibt oder nur spärlich gesät ist, ist fast garantiert in Englisch deutlich reichhaltiger.

Zusammenfassend würde ich für mich folgendes postulieren:

  • Mein Wissen ist entweder in meinem Kopf oder meinen Unterlagen
  • Werkzeuge sind für lediglich Online-Kommunikationskanäle die das analoge Unileben erleichtern.
  • Online wird bei mir nichts verwaltet und bisher sehe ich wenig Grund das zu ändern
  • Online wird bei mir vor allem Wissen beschafft (und ggf. offline verifiziert)

So ein richtig knalliger Abschluss ist das ja nicht. Habe ich etwas wichtiges vergessen?

(Übrigens ist das Ganze hier kaum bis garnicht Korrektur gelesen worden, für schreckliche Kommafehler und komische GRoßschreibung in manchen WÖrtern sei deshalb hiermit um Verzeihung und Verständnis gebeten bis ich mir das nochmal in Ruhe durchlesen kann 😉 )

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