Eigentlich will ich ja am liebsten nur einen Artikel veröffentlichen. Der Zeit wegen. Und des Umfanges wegen. Aber wenn ich das Privat-Thema mit Datenschutz vermische kommt nur noch Kuddelmuddel raus und keiner blickt mehr durch. Deshalb lieber zwei.

Datenschutz. Ich würde jetzt irgendwie am liebsten über NSA, Prism, Tempora, Snowden, Wikileaks und so weiter schreiben. Zudem würde ich gerne gegen die GEMA wettern, dieses Wasserkopflastige, Uraltgetüm aus längst vergangenen Zeiten. Dummerweise darf ich nicht wettern. Denn eigentlich geht es um mich und meinen Umgang mit Medien, medialen Daten, Dateien, Bildern, Schriften, Titeln… Dinge die ich benutze und Dinge, die evtl irgendwann meine Schüler benutzen. Oder Dinge, die ich mit meinen Schülern benutzen werde.

Die Kernfrage lautet eigentlich: Was darf ich überhaupt benutzen? Was darf ich im Internet benutzen? Was darf ich im Klassenraum in einer Präsentation benutzen? Irgendwie wäre es ja recht doof, wenn ich fröhlich den Schülern irgendwelche tolle Animationen zeigen will und plötzlich habe ich einen Mahnungsbescheid im Haus, nur weil ich das gar nicht öffentlich zeigen durfte. Wäre doof. Und würde meine Glaubwürdigkeit als Lehrperson ankratzen, wenn das jemand mitbekommen würde. Ungut.

Das große Problem ist ja eigentlich folgendes: Im Netz ist mittlerweile ein Großteil an allen möglichen Informationen verfügbar. Google ich einen Begriff, finde ich zigtausend Seiten, Links und Bilder. Wenn ich also jetzt etwas zitiere oder kopiere, ist das in Ordnung, so lange das so Leute sind wie ich, die sich mit eigenem Datenschutz recht wenig beschäftigt haben bzw. denen es recht egal ist, was mit ihrem Zeug geschieht, weil das sowieso nicht so viel wert hat. Problematisch wirds, wenn die Leute, deren Zeug ich benutze davon gerne Leben wollen, weil sie zuhause drei Kinder haben und die Frau (falls sie denn vorhanden ist) grundsätzlich immer weniger verdient als ein Mann im gleichen Beruf. Ist ja auch verständlich: Wenn ich früher an einem Kiosk (als es die noch gab) eine Zeitung gekauft und mich dann vor den Kiosk  laut daraus vorlesend gestellt hätte, wäre die Stimmung des Kioskmenschen nicht unbedingt gestiegen.

Heute sind wir aber in einer ganz komischen Situation. Sachen werden veröffentlicht, dürfen angeschaut werden, aber bitte NUR am Ursprungsort (Zeitung bitte nur am Kiosk lesen). Doof ist es dann noch mehr, wenn diese Einschränkung nur im Kleingedruckten steht oder als allgemein bekannt vorausgesetzt wird. Dass das allgemein Bekannte allerdings allgemein eher unbekannt ist, ist ja allgemein bekannt. Und somit drehen wir uns im Kreise des Datenschutzes.

Einen Ausweg zu finden ist da gar nicht so leicht. Die CC-Lizenzen gewinnen zwar immer weiter an Bedeutung (und vor allem Bekanntschaft) und OER ist auch auf dem Vormarsch, aber auch hier gibt es keine allgemein bekannte Datenbank, die jeder, der eben genau so was sucht aufruft. Das Wissen um OER und CC ist dann wieder nur einem recht kleinen (wenn auch wachsendem) Teil bekannt.

Was nun? Drehe ich mich also weiter im Kreis? Was darf ich nun benutzen? Mit Sicherheit alles, wo CC  drauf steht. Aber solange das noch nicht allgemein verbreitet ist, wirds da mit allgemein gültigen Aussagen schon schwieriger. Ich hab als Hilfe für mich und hoffentlich auch andere mal ein Etherpad zur Sammlung von CC und OER Seiten angelegt. Vielleicht bekommt man da ja eine genügend große Sammlung hin? Mal sehn, ob das klappt. (Falls das schon einer hat, dann bitte Link posten. Dann änder ich hier den Link und verweise darauf).

Eine letzte Frage stellt sich mir noch: Wenn wir digitalisierte Schulbücher nciht nutzen dürfen, aber OER auf dem Vormarsch ist, wie kann dann trotzdem noch eine halbwegs einheitliche Wissensvermittlung gesichert werden? Quasi als Basis für eine Gesellschaft? Oder verabschiedet sich der Gedanke eh dabei?

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