So siehts aus.

Am fast-Ende des SOOC13 stelle ich mir nun gezwungernermaßen die Frage, was sich im Laufe dieser Social-Media-Lern- und Wissensmanagement-Eskapade für mich geändert hat, und ich komme zu einem ernüchternden Ergebnis.

Und wie ist es heute, gut zwei Monate später? Wie hat sich Ihr Studien-/Arbeitsalltag im Hinblick auf die Nutzung von Social Media verändert? Sind Sie zu einem Lerner 2.0 geworden? Was hat Eingang in Ihre täglichen Routinen gefunden? Ist das Bloggen für den SOOC eine lästige Pflicht oder werden Sie es auch nach Ende des Kurses beibehalten?

Die traurige Wahrheit ist, dass sich mein Studien- und Arbeitsalltag im Hinblick auf die Nutzung von Social Media rein garnicht verändert hat.

Ich bin nicht zu einem Learner 2.0 geworden.

Meine täglichen Routinen sind dem elektronischen Korsett der Blogplatform unbeschädigt und unverändert davon gekommen. Das Bloggen während des Semesters (also nur das Bloggen für den SOOC, sonst hab ich da nichts am laufen) war weniger eine lästige Pflicht als ich es im Vorhinein erwartet habe, aber lästig wars immernoch (dazu später mehr).

Das einzig Positive was ich von der obigen Fragestellung ausgehend sagen kann, ist, dass ich vielleicht mit dem Bloggen nach dem SOOC weitermachen werde. Aber selbstverständlich nicht für universitäre Zwecke.

Ob diese Negativbilanz an mir und meiner grundkritischen (manch einer würde mir sogar Grundnegativismus unterstellen) lag oder an der generellen laissez-faire Kurskultur, die zwar auf Fristen und Präsenztermine pocht, der ansonsten aber – wie mir scheint – alles Andere ziemlich egal ist, darüber kann man sich sicherlich lange und ausführlich streiten.

Aber warum ist das überhaupt so gekommen? Nun, subjektiv betrachtet hat der SOOC mir kaum anreize geliefert, auch außerhalb der Blogposts in irgendeinerweise aktiv zu werden. Auch musste ich mir kaum neue Kompetenzen aneignen, soziale Medien benutze ich schließlich seit Jahren und auch WordPress war mir nichts gänzlich unbekannt. Twitter benutze ich zwar nach wie vor nicht, sehe das jedoch auch nicht als Kompetenz an die ich mir dringend aneignen muss, schließlich können die meisten Kinder ohne Probleme ohne Ende Tweets ins Netz ballern, das kann so schwer ja nicht sein. Außerdem sehe ich den Mehrwert (grade was die Verwendung für die Uni angeht) nicht. So etwas ähnliches klang ja schon im zweiten Themenblock an. Auch bin ich mir grade im Moment als ich diese Zeilen schreibe, überhaupt nicht im klaren was sich eigentlich hätte ändern sollen. Wenn hier im Kurs an irgendeiner Stelle fundamentale Dinge hätten vermittelt werden sollen, sind sie bei mir nicht angekommen. Wirft auch ein tolles Bild von der Transparenz der Kursziele und, so tatsächlich irgendetwas hätte gelernt werden sollen, vom Informationsdurchsatz dieses Kurses. Diese wahnsinnige Offenheit im Umgang mit der Thematik des alltäglichen Lernens, und dies Netzwerkartige Struktur des Lernens in einem MOOC, so wie in der Einführungsveranstaltung mit diesem Video propagiert, hat sich jedoch mit nichten eingestellt.

Ich bin nicht zu einem Learner 2.0 geworden. Ich denke selber gerne das ich das schon im Vorhinein genausoviel war wie jetzt, am ende des SOOC13. Es hat sich einfach nichts verändert. Wenn ich ganz genau darüber nachdenke, hat der SOOC für mich sogar noch weniger mit sozialen Medien am Hut gehabt als die meisten anderen meiner Kurse. Denn in all den anderen Kursenm in denen man wie gehabt technologisch rückständig mit Kommilitonen ein Referat ausarbeitet, hat man sich immerhin über Facebook oder WhatsApp, meinetwegen auch per Email ausgetauscht so wie es nötig war. Im SOOC hingegen war ich trotz der so öffentlich gehaltenen Kursstruktur viel isolierter unterwegs. Den Blogaggregator-RSS-Feed habe ich bereits nach einigen Wochen – ob der enormen Beitrags“last“ die ich niemals hätte bewältigen können- herb gefrustet aufgegeben. Statt in der versprochenen und wunderbar vernetzten Welt aufzugehen habe ich lieber stillschweigend meine drei Beiträge verfasst und mich ggf. noch mit einige von den Kommentaren auseinander gesetzt, sofern denn welche kamen. Allerdings habe ich von dem Rest des Kurses praktisch garnichts mitbekommen, habe höchstens mal in ein paar andere Blogs reingeschnuppert von denen ich einen Kommentar bekommen habe, oder wenn mich moocli auf etwas Interessantes aufmerksam gemacht hat. Ansonsten Ebbe.

Wenn ich in den kommenden Monaten schlecht gelaunt und unausgeruht ins Wintersemester starten werde, wird sich in meinen Arbeitsabläufen und -routinen, grade was die elektronischen und soziale Medien Betreffende angeht, rein garnichts getan haben, was in irgendeiner Weise auf die im SOOC verrichtete Arbeit zurückzuführen wäre.

Bezüglich bloggen nach dem Kurs. Bei all der Negativität muss ich dennoch eingestehen das der journalistische Charakter des bloggens (der Inhalt deser Tätigkeit sei explizit außen vor gelassen) mehr Spaß gemacht hat als ich erwarete. Einen Artikel zu schreiben und darauf Kommentare zu bekommen, ja, dass so etwas überhaupt von irgendwem mit genug Zeit zum kompletten lesen bedacht wurde, das fand ich schon ganz interessant. Nicht zuletzt hat auch der Akt des Schreibens irgendwo Spaß gemacht. Unabhängig von der Fragestellung des vierten Themenblocks habe ich mir auch darüber schon Gedanken gemacht. Ob ich das weiterverfolgen werde bleibt abzuwarten. Fest steht (selbstverständlich) das ich nicht für die Uni bloggen würde…

Abschließend hier noch ein Bild aus dem oben verlinkten MOOC-Video.

Wenn ich der alleinige Schiedsrichter bin ob der Trip hier erfolgreich war oder nicht dann ist das Endergebnis ein „n.b.“. Nicht bestanden, durchfallen. Aber aus meiner Perspektive bin hier nicht nur ich durchgefallen, sondern das Kurskonzept als ganzes mindestens genausoviel. Denn bleibenden Nutzen, Veränderung, neue Perspektiven und Erkenntnisse, gar ein Baustein hin zum lebenslangen lernen habe ich im SOOC sicher nicht finden können.

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