Der sooc neigt sich dem Ende zu und so langsam beginnen die Abschlussreflexionen aus dem Boden zu schießen. Ehrlich gesagt bin ich auch ganz froh darüber. Liegt vielleicht aber hauptsächlich daran, dass ich gerade ziemlich genervt bin von der Rückständigkeit diverser bürokratischer Unsinnsmechanismen, die so gar nicht zum eigentlichen sooc-Gedanken passen. Stichwort verpflichtende Abschlusspräsenzsitzung. Aber später mehr.  (später in einem anderen Artikel … vielleicht)

Die Frage, die sich in diesem Themenblock unter anderem stellt, ist, wie sich mein Lernen im Verlauf des soocs verändert hat. Ich hatte glaub ich keine PLE aufgestellt (ich will jetzt grad nicht nochmal alle Artikel durchlesen…), aber irgendwie glaube ich, dass sich gar nicht so viel verändert hat.

Vorher – Nachher

Was war vorher?
Genau wie soocli das schon geschildert hat, habe ich vorher natürlich schon allerhand benutzt. Die ganzen Office-Programme sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, moodle dient zur Organisation von Kursen und Bereitstellung von Materialien, Facebook benutzte ich zum Kontaktieren von Kommilitonen. Ich habe viel von dem was Julie in ihrer PLE unter „Software & Apps“ genannt hat ebenfalls benutzt. Ich habe auch vorher diverse Videos im Netz angeschaut um mich zu informieren, Blogs wurden besucht (wenn auch nicht für universitäre Zwecke). Ich habe also zumindest was die Tools angeht ziemlich viel schon vorher benutzt.

Was hat sich getan?
Die größte Umstellung besteht sicherlich in der Benutzung von WordPress und Twitter. Soocli und ich haben in dieser Zeit 15 Beiträge auf diesem Blog veröffentlicht (inkl. ein bis zwei sinnlosen), wir haben insgesamt 904 Aufrufe aus 9 unterschiedlichen Statten (ob mit oder ohne Proxy sei dahingestellt). Auf Twitter war ich ich glaube im Vergleich zu den durchschnittlichen anderen Teilnehmern recht aktiv und habe 60 Tweets losgeschickt (was im übrigen deutlich @danielapscheida , @shohenstatt und @m_dubrau übertrifft), mal mehr und mal weniger Ernst, zu verschiedensten Themen und Themenblöcken. In meinen 9 Blogeinträgen (ohne diesen hier) habe ich im übrigen insgesamt ca. 8 Seiten geschrieben (nur schnell hintereinander in Word eingefügt ohne Überschriften), nicht mitgezählt sind dazu noch die Kommentare. Also, was hab ich getan? Ich habe letzten Endes in aller erster Linie deutlich mehr Zeit/workload in diesen Kurs investiert als das ansonsten für 2 CP nötig ist. Die mentale Beschäftigung und Belastung durch die ständige Unmittelbarkeit mal noch ganz außen vor gelassen.

Also: Im Vergleich zu vorher hat sich für das Lernen vor allem das Bloggen und Twittern etabliert.

Desweiteren habe ich mich ja auch irgendwie mit Inhalten beschäftigt. Wobei diese Beschäftigung deutlich freier, aber auch deutlich subjektiver gestaltet wurde als es in allen anderen Kursen der Fall ist. Was ich mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich Kompetenzen im Bloggen und Twittern erworben habe. Zudem habe ich viel über Datenschutz und Urheberrecht gelernt, ein wenig über die Zukunft der Schule philosophiert usw.

Aber mal ganz ehrlich: Wie hat sich denn mein Lernalltag verändert? Werde ich ständig am Bloggen bleiben und aller Welt meine tollen Forschungs- oder Lernerlebnisse präsentieren? Mit Sicherheit nicht! Die (Netz-)Welt hat genug von sich selbstdarstellenden Bloggern (was nicht heißen soll, dass alle Blogger Selbstdarsteller sind und völlig ohne Berechtigung bloggen). Die brauchen meinen Blog nicht wirklich.
Werde ich weiter Twittern? Noch viel weniger! Zumindest nicht fürs Studium. Twitter diente hier aus meiner persönlichen Perspektive in aller erster Linie als Zeitvertreib und zur schnellen Kontaktaufnahme zu den soocMiAs (was durchaus auch ziemlich gut ging). Wie oft habe ich, als ich grad nichts besseres tun wollte, mal schnell auf Twitter nachgeschaut, ob es irgendwas neues gab? Zu oft. Und interessant sind da vor allem Postillion-Nachrichten, zdfsport-News oder kleinere interessante andere Facts. Aber letzten Endes ist das nicht mehr als Zeitvertreib, ohne den ich auch wunderbar leben könnte. Ohne den ich wunderbar leben kann.
ABER falls es sich anbietet für einen Kurs oder später für die Schule einen Blog zu erstellen, dann KANN ich es tun, ich habe die Möglichkeit dazu. Und das ist es ja was irgendwie zählt, oder? Ich persönlich komme aber wunderbar ohne aus.

Zukunft

Wie wird es denn in Zukunft weitergehen mit dem E-Learning? Mit Sicherheit wird die ganze Sache hier noch zunehmen, es werden sich Muster einspielen, man wird mehr Erfahrung sammeln (Was ja schon durch den sooc geschehen ist). Aber ich denke, ich HOFFE, dass sich irgendwann eine Hybridlösung einstellt, die ELearning mit normalem Lernen im RL vereint. Zumindest was die überwiegende Masse der Hochschulen und der Schulen angeht. Ehrlich gesagt bin ich absolut nicht der Typ, der sich nur online mit Menschen unterhalten muss/kann. Ich bin auch schon mal dankbar, wenn ich den Dozenten oder Kommilitonen ins Gesicht gucken kann und mehr sehe, als nur das Geschriebene bzw. das durchs Netz gefilterte. Dieser Kurs hier hat mich diese Vorteile von Universität auch nochmal neu sehen lassen. Man lernt seine Dozenten deutlich besser kennen, wenn man ihnen gegenübersteht. Dem sooc hat es natürlich auch gut getan, dass zB Anja Lorenz fast omnipräsent war. Das hilft da schon. Ist aber für die Dozenten auch nicht so das Gelbe vom Ei. Wenn man nur Online sein muss, macht man sich ja kaputt. Und das hier ist nur ein einziger Kurs. Man stelle sich mehrere solcher Kurse vor, die man zu betreuen hat. Na dann gute Nacht.

Also, wie gesagt. Ich stelle mir eine Hybridlösung vor, auch wenn ich nicht genau weiß, wie die auszusehen hat. Für Fernschulen sind dagegen moocs eine sehr praktische Sache.

Anmerkung

Ein letztes noch.

Man könnte das jetzt so interpretieren, dass vor allem die CP-Leute aktiv gebloggt haben. So viel zur CP-Motivation (s. Link zu Julies Seite oben). Wir haben also letztlich bei 45 Leuten nur ein etwas größeres Seminar. Das ist nicht so besonders massive, oder? Da hätte man fast auch einen Präsenzkurs aufmachen können. Wobei man hier natürlich Menschen aus ganz unterschiedlichen Regionen zusammengebracht hat. Fand ich aber trotzdem interessant zu wissen.

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